Interview/Livekonzert: Sabaton

Sabaton2016ab++Photo: Severin Schweiger

Klangbegeisterte Metaller?!!

 

Anläßlich eines Livekonzerts der schwedischen Heavy-Metaller von Sabaton ergab sich für mich die Möglichkeit, vor dem Liveauftritt noch ein kurzes Gespräch mit Frontmann Joakim Brodén und Schlagzeuger Hannes van Dahl zu führen. Bei dem nach kurzer Begrüßung durchaus unerwartete Details zur Sprache kamen…

 

Also legen wir mal los: Welche Musik hört ihr denn gerade so – wenn ihn nicht euer eigenes Ding macht?

Hannes: Das wechselt bei mir immer wieder mal. Fast schon wöchentlich. Derzeit sind es Fleetwood Mac, The Who und andere ältere Sachen.

Joakim: Ich bin in erster Linie Metalhead. Darum sind es bei mir eher die Metal-Klassiker – bis zurück zu Deep Purple, Rainbow, Accept und so weiter.

Wie hört ihr zuhause? Und auf welchem Medium?

Joakim: Ich nutze vorwiegend hochauflösende Digitalfiles – in meinem eigenen Studio. LPs sind auch schön – schon wegen der Cover und der gut lesbaren Texte. Ist doch schade, wenn man sich mit dem Artwork viel Mühe gibt und dann wird es auf Briefmarkengröße verkleinert; dabei geht viel verloren von der Wirkung. CDs spielen für mich überhaupt keine Rolle mehr. Als digitales Tonträgermedium sind sie überflüssig, weil die entsprechenden Streams eine bessere Auflösung und Datenrate haben als die CD.

Hannes: Also ich kann der CD durchaus noch was abgewinnen. Immerhin habe ich damit etwas in der Hand, einen physischen Tonträger. Den gibt es bei Streaming und Co. nicht…!

Sabaton2016m

Photo: Ryan Garrison

So landen wir überraschend schnell bei einer audiophilen Kernfrage, nämlich der nach der Zukunft der highfidelen Musikwiedergabe. Und das bei Metal-Musikern, denen ja allgemein unterstellt wird, bei ihrem „Krach“ spiele der Klang keine Rolle. Doch weit gefehlt. Vor allem Joakim Brodén hat da eine ganz klare Ansicht: Die Frage „Ist Streaming wirklich die Zukunft der Musikreproduktion?“, beantwortet er mit einem entschiedenen „Ja!“, um hinzuzufügen: „…aber nicht dieses extrem datenreduzierte, minderwertige MP3-Zeug. Das kannst Du voll vergessen. Hochauflösende Digitalfiles, idealerweise verlustfrei, also „lossless“ – oder alternativ auch LPs, die ja anders klingen, das ist der richtige Weg!“

Beim Thema „Führt das nicht zu einem veränderten Hörverhalten, wenn alles ständig verfügbar ist?“ herrschte bandintern sofort Einigkeit: „Definitiv“, stellt Hannes van Dahl fest, „man zappt viel schneller durch die Titel, nimmt sich weniger Zeit. Ein Beispiel: Letztens schickte ich einem Freund einen Link zu einer coolen neuen Band, die ich gefunden hatte. Nach einer halben Minute sagte er: „Gefällt mir!“ – und ich antwortete darauf spontan: „Fuck – wie kannst Du das nach dreißig Sekunden wissen? Du hast ja nicht mal richtig reingehört!“ Da sind wir inzwischen angekommen…“

Der Zeitfaktor komme aber noch auf andere Art ins Spiel: Er selbst habe letztens erst ein Album gekauft, von dem er gedacht hätte, es müsse ihm gefallen. „Ist es Dir schon mal passiert, daß Du viel erwartet hast und dann einfach keinen Zugang zu der Musik bekamst? Ich habe mir das Ding mehrfach angehört, aber es zündete nicht. Nach zwei Wochen habe ich es dann doch noch mal aufgelegt – und dachte nur „WOW!“ Beim ersten Versuch hatte ich einfach nicht die richtige Stimmung dafür. Aber dann…“

Fronter Brodén ergänzt: „Stimmt, man nimmt sich oft zu wenig Zeit für die Musik. Alles soll und muß schnell gehen. Aber das bringt oft nicht viel. In gut gemachter Musik steckt viel Emotion – die ist entscheidend. Musik sollte man entspannt genießen. Aber differenziert hören können/wollen höchstens 1% der Leute. 99% (oder mehr) sind mit klanglichem Fast-Food zufrieden – wir nicht! So, wie Du das Thema ansprichst, sehe ich da viele Gemeinsamkeiten zwischen uns.“

Diese Einstellung führte auch dazu, daß Brodén in seinen Studio von den „alten“ Sabaton-Scheiben immer noch die nicht endproduzierten Rohabmischungen vorliegen hat, ebenso wie einige unveröffentlichte Tracks – wie sie u.a. bei der Erstellung der „Re-Armed“-Versionen der ersten vier Alben in 2010 als Bonusmaterial genutzt werden konnten…

Sabaton2016p +

Photo: Tim Tonckoe

Das Gespräch dreht sich dann noch eine Weile um Themen wie den Song „Shiroyama“, der sich um die letzte Schlacht einer Samurai-Armee dreht, bei der 1877 wenige hunderte Samurai (es sollen etwa 500 gewesen sein) unter der Führung von Saigō Takamori gegen eine modern ausgerüstete kaiserliche Armee von etwa 30.000 Mann unter Führung der Generäle Yamagata Aritomo and Kawamura Sumiyoshi antraten. Die Niederlage der Samurai besiegelte das Ende der Satsuma-Rebellion und damit auch  der traditionellen Rolle der Samurai als wesentlichste militärische Kraft in Japan. Daran, daß die Umsetzung im Film „Der letzte Samurai“ der Sache nicht gerecht wurde und die Filme von Akira Kurosawa weitaus besser geeignet sind, einen Einblick in die japanische Gedankenwelt zu gewinnen, gab es seitens Brodén und van Dahl keine Zweifel.

Kleiner Einwurf: Wie war das noch mit den „ungebildeten“ Metallern? Dieses Vorurteil sollte man zumindest in Bezug auf Sabaton knicken. Denn zu anderen Themen gaben sich die beiden Musiker genauso informiert und auskunftsfreudig.

Doch nur zu rasch war die Interviewzeit verplaudert und das Konzert stand an. Nach den drei Vorbands (Leaves‘ Eyes mit der finnischen Sängerin Elina Siirala, Equilibrium, Stahlzeit) legten die Schweden schließlich gegen 21:30 Uhr los. Die Fans wurden dabei nicht enttäuscht: Vom ersten Augenblick an geben Brodén und seine Jungs Vollgas – und das anderthalb Stunden lang. Das Publikum tobt, die Band hat offensichtlich Spaß. Was kann man bitte sonst noch von Musik erwarten? Mein persönliches Fazit: Es lohnt sich immer, die Menschen hinter der Musik zu sehen. Und ab und zu mal „die Ohren freiblasen zu lassen“ schadet auch nicht. In diesem Sinne: Rock on!

 

© 2017 by Outsider-Eddie

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Muttertag

Wieder einmal ist er da – der Tag, an dem wir alle daran erinnert werden, wie wichtig Mütter in unser aller Leben sind. Besonders ist es die Fürsorge, die uneingeschränkte Zuwendung, die das Wesen einer Mutter ausmacht. Was mich zu dem Gedanken bringt, daß nicht nur diejenigen, die Kinder großziehen oder großgezogen haben, Mütter sind, sondern überhaupt alle Frauen, die das Herz einer Mutter besitzen – also im besten Sinne „mütterlich“ sind. Daran sollten wir viel öfter denken als nur einmal im Jahr.

 

Für meine S., die so viel Liebe in sich trägt…

roses

Song Nummer 1

Song Nummer 2

Song Nummer 3

Fußball-Bundesliga: Werder – RB Leipzig 3:0 (1:0)

Ja, ich gebe es zu: Ich war überrascht von der Leistung der Werderaner im gestrigen Spiel. Nach den ersten 20 Minuten, in denen alles mehr oder weniger so ablief, wie es die eher Leipzig-affinen Auguren vorhergesagt hatten, wurde Werder immer stärker. Die Abwehr festigte sich und erste Chancen ergaben sich, wenn auch nicht wirklich zwingend. Da machte sich das Fehlen von Kruse und Gnabry denn doch klar bemerkbar. Das 1:0 durch Junuzovic war sicher ein „lucky punch“, doch keineswegs unverdient. Glück hatte man zudem beim Schuß von Leipzigs Sabitzer, der de Linie entlangtrudelte, aber sie eben ncht überquerte. Mit einem glücklichen 1:0 ging es in die Pause – nach der sich Werder die Führung mehr und mehr verdiente. Das 2:0 entsprang einer Freistoß-Variante, die so auch nur ab und an gelingen dürfte. Aber Grillitschs Linksschuß paßte genau und in der Folge war RB gezwungen, offensiv zu agieren. Daß diese Mannschaft vom Umschaltspiel lebt und eher weniger davon, den Gegner durch permanenten Druck in die Knie zu zwingen, wurde dann deutlich. Werder spielte geschickt – hervorzuheben ist da neben Junuzovic vor allem Thomas Delaney, der ein Klassespiel ablieferte – und wartete auf Fehler der „Rasen-Ballsportler“, was in der letzten Minute das 3:0 durch Kainz nach sich zog. Gegen ein Spiegelbild der eigenen Spielanlage sah Leipzig oft hilflos aus, da die Ideen fehlten – auch nach der Einwechslung des Ex-Werderaners Selke.

Fazit: Drei Österreicher-Tore durch drei verschiedene Spieler (Premiere in der Liga)  verhalfen Werder zum letztlich verdienten Sieg gegen den Tabellenzweiten (!). Weiter so, Jungs!

Einfach mal Stellung beziehen!

Sorry, aber das Verhalten der deutschen Politiker geht mir gerade dermaßen auf den Geist, daß ich es einfach mal loswerden muß.Ich werde dabei bitterböse und sarkastisch bis direkt auf einige wenige Themen eingehen – wer das nicht verträgt: Bitte nicht weiterlesen!!!

Da prollt ein Erdogan was von „Nazi-Methoden“ herum und Frau Merkel widerspricht ihm nicht mal in angemessener Form. Der „Erzengel“ Gabriel seinerseits will „das Fundament der Freunschaft“ zwiischen den Staaten nicht gefährden und im Dialog bleiben. Sehr witzig!

Anders gesagt: Was hat man euch in die offenbar reichlich genossenen Drinks getan, daß ihr so einen Schwachsinn verzapft?
Fakt ist: Es gibt m.E. keine wirkliche Freundschaft zwischen der Türkei und Deutschland – nur die Wahrung eigener Interessen durch die Türkei und Hilflosigkeit auf deutscher Seite. Da wird dann von Erdogan und Kumpanen halt nach Belieben die „Nazi-Keule“ ausgepackt, wobei mich doch die weitestgehende Gleichschaltung der Presse, die internen „Säuberungen“ im Bildungswesen, öffentliche Einrichtungen und anderswo sowie die Schaffung autokratischer Strukturen in der Türkei durch Herrn Erdogan weit eher an die NSDAP und ihre Vorgehensweise erinnern als alles, was hier in Deutschland gerade passiert. Von der Flüchtlingskrise, die Herr E. so gern als Druckmittel nutzt, ist dabei noch nichts gesagt.
Die Milliarden von der EU nimmt der „Sultan“ aber gern, deren Grundlage hier sehr schön beschrieben wird: http://donnerunddoria.welt.de/2016/08/06/tuerkei-erhaelt-von-der-eu-die-absurdeste-entwicklungshilfe/

Ich bin weiß Gott weder braun angehaucht noch irgendwie politisch rechtslastig. Aber: Wenn jemand wie R.T.E. meint, seine Träume von einem großtürkischen Reich unter seiner Führung realisieren zu wollen, braucht es eben ein knallhartes „STOP!“ seitens Deutschlands und der EU. Eine andere Sprache versteht er nun mal nicht, der Bosporus-Adolf.
Und hierzulande jubeln viele, die zwar hier leben, sich aber selbst als Türken sehen, diesem Mann noch zu. Leute, dann lebt doch in der Türkei statt hier und freut euch, wie toll es dort ist. Wollt ihr nicht? Warum denn? Weil euch der Staat dort nicht so finanziert wie der deutsche? Na, dieses kleine Opfer wird euch euer Nationalstolz doch wohl wert sein!

Ich finde: Man sollte mal Stellung beziehen gegen solche Menschen wie R.T.E. und ihre Methoden…!

Wie wenig hat man aus der Geschichte gelernt, um so jemanden gewähren zu lassen…?

 

P,S.: Kleine Frage am Rande: Während hierzulande die Errichtung von Moscheen zunimmt und der Bau von Minaretten in der Schweiz vor dem EU-Gerichtshof (!) eingeklagt werden soll, frage ich mich, wo die erste katholische Kirche in Mekka wohl errichtet werden wird. Und wann…?

Merke: Toleranz einzufordern ist leicht – sie selbst zu üben, weitaus schwerer.

 

Dann wäre da noch ein Herr Tsipras, der immer dann, wenn festgestellt wird, daß die Reformen nicht durchgeführt werden (weil wohl nach wie vor der Großteil des Geldes in den alten Seilschaften versickert – vermute ich mal), dieselbe Strategie fährt: „Nazis“, „Reparationen“ und „Griechenland ist ein souveränes Land“ sind dann beliebte Phrasen. Was tut Berlin? Reden, kritisieren – und letztlich doch zahlen. Würde mich wundern, wenn sich die Einsicht durchsetzte, daß man, statt die Griechen mit finanziellen Gewaltmaßnahmen für alle Beteiligten in der EU zu halten, besser einen sauberen Schnitt vornähme. Der gerade Griechenland mehr helfen könnte als alle EU-Vorgaben.

 

Nicht zu vergessen der Brexit. Frau May will immer noch die Rosinen aus dem Kuchen picken, ohne dafür Verpflichtungen einzugehen. Die Lasten sollen bei Europa, die Chancen bei Great Britain liegen. Ob die EU hart bleibt und dagegenhält? Ich habe meine Zweifel…!

Fußball-Bundesliga: Wolfsburg – Werder 1:2

Ein Spiel, das Tendenzen zeigen wird: Bei beiden Teams geht es darum, eine Richtung festzumachen. Beide wollen raus aus dem Tabellenkeller, bei beiden wirkt die Mannschaft verunsichert, der jeweilige Trainer angezählt. Dabei hat Ismael mit der VW-Werkself die besseren Karten – ist doch die Truppe der Wolfsburger nicht nur deutlich namhafter, sondern auch deutlich teurer. Doch vielleicht ist genau das das Wolfsburger Problem: Sie sind noch nicht ganz in der Realität angekommen, sind „zu gut für den Abstiegskampf“.

In Halbzeit 1 konnte Werder dank eines glänzend aufgelegten Serge Gnabry zweimal effektiv zuschlagen, so daß es nach 18 Minuten bereits 0:2 aus Sicht der „Wölfe“ stand. Hatte Werder beim Führungstor noch Glück, daß der Schuß von Gnabry unhaltbar für Benaglio von einem VfL-Spieler abgefälscht wurde, so war es beim zweiten Treffer ein toll mitgenommener und verwandelter hoch hereingegebener Freistoß, der Gnabrys zweites Tor ausmachte. Quasi direkt danach fing man sich das 1:2 in Minute 19 dank einer mal wieder schwachen Abwehrleistung. Und damit begann das Elend: Ab dann bestimmte nur noch Wolfsburg das Spiel und Werder hatte in mehreren Szenen Glück, daß die Gastgeber zweimal nur den Pfosten trafen und auch sonst einge Chancen liegenließen. Einfache Pässe, gerade auf der rechten Bremer Abwehrseite, sorgten immer wieder für Gefahr.So erhielt auch Wiedwald Gelegenheit, sich mehrfach auszuzeichnen.

Nach der Halbzeitpause läuft das Spiel weiter in Richtung Werder-Tor: Wolfsburg gibt Gas, vergibt aber (zum Glück!) etliche Gelegenheiten. Werder nur selten gefährlich, da zumeist mit Abwehrtätigkeiten beschäftigt. Aber es reicht schließlich doch zum Sieg!

 

Fazit: Aus Werder-Sicht endlich mal ein Spiel, in dem der Gegner das Lob bekommt – und Werder die drei Punkte. Und nicht umgekehrt…!

 

Musikalischer Jahresrückblick

Meine Top-Alben im musikalischen Jahr 2016, in dem einige Größen uns auf immer verließen, waren:

*Ray Wilson – Song For A Friend* und gleichermaßen * Ray Wilson – makes me think of home*

Tolle Stimme, sehr stimmungsintensiv

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*Ayreon – The Theater Equation*

Gelungene Umsetzung einer faszinierenden Story mit ausdrucksstarken Sängern und Bildern (DVD)

Ayreon - Theater Equation 1024x1024

 

*D’Artagnan – Seit An Seit*

Macht einfach Laune!

DArtagnan_Seit an Seit

 

*Sabaton – The Last Stand*

Stampfender, kraftvoller Metal aus Schweden – so soll das sein.

sabaton

 

*Kurt Rapf – Max Reger: Das Orgelwerk*

Orgel und MPS – das paßt!

Rapf_Reger_Cover

 

*Nick Cave & The Bad Seeds – Skeleton Tree*

Schlicht beeindruckend

nick-cave-skeleton-tree_albumcover

 

*Devin Townsend – Transcendence*

Townsend ist Townsend ist Townsend

devin-townsend-project-transcendence

 

*Marillion – FEAR (Fxxx Everyone And Run)*

Vielschichtig und doch eingängig

marillion_fear_albumcover

 

*Anthrax – For All Kings*

Volldampf-Metal pur!

Anthrax - For All Kings - Cover

 

*Runrig – The Story*

Kopfkino in Reinform

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